Sonntag, 6. Mai 2012

Воскресенье - сегодня рабочий день

Ja, lieber Leser, der du des Russischen mindestens ebenso rudimentär mächtig bist wie ich, du hast richtig gelesen: Am heutigen Sonntag haben wir in der Schule gearbeitet und die meisten Schüler waren auch da!
Die Mädels aus der 11. Klasse lernen für die Abschlussprüfung
Auch Fabeln können spannend und lustig sein
Ich bin heute morgen kurz nach 9.00 Uhr in die Schule gedackelt, um mich auf den Unterricht vorzubereiten, wie an jedem anderen Arbeitstag auch. Zuerst durfte ich in der dritten Stunde für die 11. Klasse einige kleine Texte zur Vorbereitung auf die ЕГЭ-Prüfung (entspricht ungefähr unserem Abitur) vorlesen. Da die Kollegin zwar die Texte in Druckform vorzuliegen hat, aber keine Kasetten mit dem aufgesprochenen Text, müssen diese vorgelesen werden. Selbstverständlich ist es dabei besser, die Texte von einem Muttersprachler zu lesen, was ich dann auch gern tat und wohl noch mehrfach tun werde.
Mittagessen in der Stolowaja
In der vierten Stunde hatte ich dann Unterricht in der 9. Klasse, in dem wir eine spannende Fabel von Gotthold Ephraim Lessing besprachen. Nun ist die Sprache Lessings aus dem 18. Jahrhundert nicht gerade etwas, das die Schüler hier im normalen Unterricht lernen, so dass man schon des öfteren mit einzelnen Begriffen oder ganzen Redewendungen einhelfen muss. Die sich dann aber zumeist bei den Schülern einstellende Erkenntnis des Inhaltes entschädigt jedoch für all die Mühsal der Stunde.
Nach dem Unterricht: Schuhe wechseln.
In der sechsten und siebenten Stunde durfte ich dann mit den anwesenden Mädchen der Klasse 8a einen Brief zum Thema Feiertage in Deutschland besprechen. Die Schülerinnen lernten einiges über traditionelle Rituale und moderne Gewohnheiten an Silvester und verglichen diese mit den Feierlichkeiten hier in Russland. Wir stellten dabei fest, dass die Unterschiede zwar bemerkbar sind, aber doch nicht so gravierend, dass man einen Kulturschock erleiden könnte. Größere Unterschiede, das stellten wir dann im weiteren Unterrichtsverlauf fest, gibt es in Bezug auf das Weihnachtsfest, das hier ja bekanntlich erst vierzehn Tage später gefeiert wird.
Die Mädels der 8. Klasse wussten noch nicht, was wir im Unterricht tun würden.
So, und jetzt, lieber Leser, fragst du dich wahrscheinlich, warum ich all das erzähle. Warum gehen wir an einem Sonntag in die Schule? Nun, uns steht der höchste Feiertag in Russland bevor: Am Mittwoch wird hier der "Tag des Sieges" gefeiert, worauf sich die ganze Stadt wie jede andere russische Stadt schon seit Wochen vorbereitet. Damit die Schüler und Lehrer nicht am Montag antanzen müssen und damit drei freie Tage haben, wurde dieser Schultag einfach vorgezogen.

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